Kompetenzinsel Karten

Dein Lernbegleiter für Module 1 bis 4

Neun Karten, drei Stapel, ein Ziel: Das Gelernte greifbar machen. Jede Karte dauert 15 bis 45 Minuten. Wähle, wonach dir gerade ist.

Einfach magisch

Stapel 1: Fundament

Das Handwerk

01 Fundament

Conversational AI statt Einmalauftrag

Warum wird mein Ergebnis besser, wenn ich mit der KI rede statt sie zu beauftragen?

Die KI ist kein Automat, der einen Zettel bekommt und eine Antwort ausspuckt. Sie ist ein Weltwissen auf deinem Schreibtisch, das du in ein echtes Gespräch ziehen darfst. Gute Ergebnisse entstehen in Schleifen, nicht in Schüssen.

Kurz gesagt

Beauftragen liefert Mittelmaß. Dialog liefert deine Qualität.

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01 Fundament

Dein Mini Auftrag (15 Minuten)

Nimm eine reale Frage aus dieser Woche. Eine, an der du gerade knobelst. Starte einen neuen Chat, stelle die Frage offen. Statt die erste Antwort zu nehmen, antworte der KI mit einem dieser drei Sätze: „Das ist zu allgemein, bring es näher an meinen Kontext.“ oder „Welche Informationen fehlen dir, damit das besser wird?“ oder „Stell mir drei Rückfragen, bevor du antwortest.“ Führe mindestens drei Runden.

Prompt zum Kopieren

Ich habe eine Frage, bei der ich gerade nicht weiterkomme. Bevor du antwortest, stelle mir bitte drei konkrete Rückfragen, damit deine Antwort wirklich zu meiner Situation passt. Meine Frage lautet: (hier deine Frage einsetzen)

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Was war nach drei Schleifen anders im Ergebnis als nach der ersten Antwort?

02 Fundament

Deep Research zweistufig

Wann lohnt sich der Forschungsauftrag und wie bekomme ich wirklich gute Ergebnisse?

Deep Research ist keine bessere Suche, sondern ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der für dich das Internet durchstöbert und einen Bericht mit Quellen liefert. Der Schlüssel zur Qualität liegt nicht im Auftrag, sondern im Auftragsbriefing. Lass dir den Prompt zuerst bauen, bevor du ihn absetzt.

Kurz gesagt

Erst den Prompt bauen lassen, dann den Auftrag senden. Nie umgekehrt.

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02 Fundament

Dein Mini Auftrag (20 Minuten)

Wähle ein Thema, das du dir gerade erschließen willst. Zum Beispiel eine neue Methode, einen Markt, eine Branche. Lass dir von Claude oder ChatGPT zuerst einen Deep Research Prompt bauen. Prüfe den Prompt kritisch: Stimmt die Perspektive? Ist die Tiefe passend? Fehlt eine Einschränkung (zum Beispiel europäischer Markt statt global)? Justiere und setze dann den Forschungsauftrag ab. Warte 10 bis 20 Minuten.

Prompt zum Kopieren

Ich möchte ein Deep Research zu folgendem Thema beauftragen: (Thema einsetzen). Mein Ziel ist es, (Ziel beschreiben). Meine Rolle ist (Rolle). Bitte formuliere mir einen differenzierten Deep Research Prompt, der alle relevanten Perspektiven und Einschränkungen enthält. Stelle mir Rückfragen, falls dir wichtige Kontextinformationen fehlen.

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Welche Quellen, die du nie selbst gefunden hättest, tauchen im Bericht auf?

03 Fundament

Bot oder Prompt, das ist hier die Frage

Wann baue ich einen Bot und wann reicht ein guter Prompt?

Ein Bot ist ein geschlossenes System mit Wissensdatenbank, das du in einem bestimmten Tool (Claude Projekt, Custom GPT) anlegst. Ein Prompt ist toolunabhängig, teilbar, niederschwellig. Die Entscheidung folgt drei Fragen: Brauche ich das immer wieder? Soll auch jemand anders darauf zugreifen können? Darf es an ein Werkzeug gebunden sein?

Kurz gesagt

Einmal ist ein Prompt. Immer wieder ist ein Bot. Mit anderen ist ein Prompt.

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03 Fundament

Dein Mini Auftrag (15 Minuten)

Schau drei deiner wiederkehrenden Aufgaben an (Angebot schreiben, Gesprächsvorbereitung, Feedback verfassen, Seminarauswertung, was auch immer bei dir wiederkehrt). Entscheide für jede der drei Aufgaben anhand der drei Fragen oben: Bot, Prompt oder beides. Notiere die Entscheidung mit Begründung.

Optional, als Sparring nach deiner Denkübung.

Prompt zum Kopieren

Ich habe drei wiederkehrende Aufgaben in meiner Arbeit: (Aufgabe 1, Aufgabe 2, Aufgabe 3). Hilf mir zu entscheiden, ob ich dafür einen Bot oder einen Prompt brauche. Stelle mir zu jeder Aufgabe drei Rückfragen, bevor du eine Empfehlung gibst.

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Welche deiner Aufgaben ist reif für einen Bot, welche ist in Wahrheit ein einmaliger Prompt verkleidet?

Stapel 2: Ausdruck

Sprache und Visuals

04 Ausdruck

Mein Schreibstil ist mehr als fünf Adjektive

Wie klingt mein Text wirklich nach mir und nicht nach KI?

Je präziser du deine Sprache beschreibst, desto mehr klingt der Output nach dir. Hochglanztexte taugen weniger als Sprachnachrichten und Transkripte. Die KI lernt deine Art zu denken am besten aus deiner Art zu reden.

Kurz gesagt

Schreibstil ist nicht dekorativ. Schreibstil ist deine Stimme, hörbar gemacht.

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04 Ausdruck

Dein Mini Auftrag (25 Minuten)

Nimm drei Sprachnachrichten oder Transkripte von dir auf. Erkläre mündlich ein Konzept aus deiner Arbeit, einfach so, als würdest du mit einer Kollegin sprechen. Drei mal zwei bis drei Minuten. Lade die Transkripte in Claude. Bitte um eine Schreibstilanalyse mit sechs Dimensionen: Satzlänge, Tonalität, typische Füllwörter, Denkmuster, Übersetzungsregeln (was tue ich nie, was tue ich immer), Zielgruppenansprache.

Prompt zum Kopieren

Ich lade dir drei Transkripte von mir hoch. Analysiere meinen Schreibstil in sechs Dimensionen: Satzlänge und Struktur, Tonalität, typische Füllwörter und Gesprächsanker, Denk und Argumentationsmuster, klare Übersetzungsregeln (was tue ich nie, was tue ich immer), Zielgruppenansprache. Formuliere die Analyse so, dass ich sie direkt in einen Bot laden kann, der Texte in meiner Stimme schreibt.

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Was überrascht dich an der Analyse, was entspricht genau deinem Selbstbild?

05 Ausdruck

Gamma trifft IFSM Master

Wie kombiniere ich die Schönheit von Gamma mit der Struktur unseres Corporate Designs?

Gamma kann keine Folienmaster mit festen Elementen übernehmen. Der Workflow ist deshalb: In Gamma gestalten lassen, als PowerPoint exportieren, in einer Kopie des IFSM Masters über „Folien wiederverwenden“ einfügen, Layout „Leer“ zuweisen. Erst dann greift das IFSM Design.

Kurz gesagt

Gamma macht die Schönheit. IFSM macht die Struktur. Du machst die Übergabe.

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05 Ausdruck

Dein Mini Auftrag (30 Minuten)

Nimm drei Folien aus einem bestehenden Foliensatz von dir. Baue diese drei Folien neu über Gamma (neues Design, Text einfügen, traditionell, Text exakt übernehmen). Exportiere als PowerPoint. Öffne eine Kopie des IFSM Masters, gehe auf Einfügen, Neue Folie, Folien wiederverwenden, Durchsuchen, wähle die Gamma Datei. Klicke jede Folie einzeln an, dann links auf der markierten Folie das Layout „Leer“ zuweisen. Vergleiche Vorher und Nachher.

Prompt zum Kopieren

Ich gebe dir drei Folieninhalte. Formatiere sie für Gamma so, dass jede Folie durch drei kleine Striche getrennt ist und jede Folie einen klaren Titel und drei bis fünf prägnante Stichpunkte hat.

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Welche Arbeit spart dir der Workflow in Wahrheit, welche nicht?

06 Ausdruck

Fotoprotokoll in zehn Minuten

Wie werden meine Workshop Fotos zu einer professionellen PowerPoint, ohne dass ich abends noch zwei Stunden drangehe?

Der Fotoprotokoll Generator nimmt deine Bilder, deinen Master und dein Seminarformat und baut automatisiert eine saubere PowerPoint. Eine Folie pro Bild, im Corporate Design, mit Daten und Trainerinnennamen. Beta Version, kein Anspruch auf Perfektion, aber erheblicher Zeitgewinn.

Kurz gesagt

Dein Rechner arbeitet, du gehst spazieren.

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06 Ausdruck

Dein Mini Auftrag (15 Minuten)

Rufe den Fotoprotokoll Generator über den Link auf, den Heike in der WhatsApp Gruppe geteilt hat. Passwort aus dem Chat kopieren. Lade deinen Foliensatz Master hoch, wähle ein Layout, gib Seminarname, Datum und deinen Namen ein. Lade sechs bis acht Fotos aus einem echten Workshop hoch. Erstelle das Protokoll, lade die PowerPoint herunter, öffne sie. Ergänze, wo nötig, direkt in PowerPoint.

Diese Karte lebt vom Tun, kein Prompt nötig.
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Welchen Teil deiner bisherigen Fotoprotokoll Arbeit ersetzt das, welchen nicht?

Stapel 3: Haltung

Was bleibt

07 Haltung

Schlaue Arbeitsteilung

Wer macht was, KI oder ich, und in welchem Anteil?

Jeder Prozess lässt sich in Teilschritte zerlegen, jeder Teilschritt in drei Zonen einteilen: nur Mensch (deine Hoheit), Mensch und KI (gemeinsam), nur KI (automatisiert). Die Aufteilung folgt zwei Steuergrößen: Was kannst du besonders gut? Was ist dir wichtig? Es gibt kein richtig, es gibt nur dein richtig.

Kurz gesagt

Du entscheidest, wo du Hoheit behältst. Überall sonst darf dich die KI tragen.

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07 Haltung

Dein Mini Auftrag (20 Minuten)

Wähle einen Prozess aus deiner Arbeit mit fünf bis sieben Teilschritten (Beispiel LinkedIn Beitrag: Idee, Recherche, Formulieren, Gestalten, Veröffentlichen, Kommentieren). Zeichne eine Tabelle mit drei Spalten: nur Mensch, Mensch und KI, nur KI. Trage jeden Teilschritt in eine Spalte ein. Begründe die Zuordnung in einem Satz pro Teilschritt.

Optional, als Sparring nach deiner Denkübung.

Prompt zum Kopieren

Ich analysiere gerade meine Arbeitsteilung mit der KI. Mein Prozess ist (Prozess beschreiben) mit den Teilschritten (Teilschritte auflisten). Ich habe folgende Zuordnung gewählt: (Zuordnung beschreiben). Bitte challenge mich. Wo überschätze ich mich, wo unterschätze ich mich, wo passt die Zuordnung nicht zu dem, was ich wirklich gut kann?

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Welche Spalte ist bei dir heute zu voll, welche zu leer?

08 Haltung

Weltwissen bewusst ausschließen

Warum liefert die KI generischen Kram, wenn ich doch so genau gefragt habe?

Die KI greift immer zuerst auf ihr Weltwissen zu, es sei denn, du verbietest es ihr ausdrücklich. Wenn du willst, dass sie mit deinen Modellen arbeitet, musst du ihr diese Modelle geben und das Weltwissen explizit ausschließen. Sonst bekommst du Harvard statt Glasl, McKinsey statt deine Methode, Allgemeinplätze statt deine Tiefe.

Kurz gesagt

Was du nicht ausschließt, vermischt sie. Was du nicht lieferst, erfindet sie.

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08 Haltung

Dein Mini Auftrag (20 Minuten)

Nimm einen bestehenden Prompt von dir, bei dem du mit dem Ergebnis unzufrieden warst. Baue ihn um, indem du drei Elemente ergänzt: erstens eine Kompetenzinsel (wofür ist die KI zuständig, wofür ausdrücklich nicht), zweitens dein Modell oder deine Methode als konkreten Text im Prompt, drittens den expliziten Satz „Greife nicht auf allgemeines Weltwissen zurück, arbeite ausschließlich mit dem hier beschriebenen Modell.“ Teste den alten und den neuen Prompt mit derselben Frage.

Prompt zum Kopieren

Kompetenzinsel: Du bist ausschließlich zuständig für (Bereich). Du bist NICHT zuständig für (Abgrenzung). Arbeite ausschließlich mit dem folgenden Modell, das ich dir im Anschluss beschreibe. Greife nicht auf allgemeines Weltwissen zurück. Wenn du eine Frage bekommst, die außerhalb deiner Zuständigkeit liegt, benenne das transparent und empfehle, eine menschliche Fachperson hinzuzuziehen.

Zum Nachspüren

Was war im neuen Durchlauf konkret anders als im alten?

09 Haltung

Von der Lernkarte zum Coaching Prompt

Wie wird aus einem Seminarinhalt eine Alltagsbegleitung, die meinen Teilnehmenden wirklich hilft?

Jedes Modell, das wir im Seminar vermitteln, kann zu einem Coaching Prompt werden, der die Teilnehmenden in der realen Situation trägt. Der Prompt fragt, hört aktiv zu, leitet durch das Modell, stellt die richtige Frage zum richtigen Zeitpunkt. Er ist kein Ersatz für dich als Trainerin, er ist eine Brücke zwischen Seminar und Alltag.

Kurz gesagt

Das Modell wird zum Mitreisenden.

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09 Haltung

Dein Mini Auftrag (45 Minuten)

Wähle eine Lernkarte oder ein Modell aus deinem Repertoire, das sich gut zum Coaching eignet (drei Brillen, Glasl Eskalationsstufen, GROW, was auch immer du oft einsetzt). Lade ein Foto oder einen Text der Lernkarte in Claude. Erster Schritt: Bitte um Paraphrasierung, damit du prüfen kannst, ob das Modell richtig verstanden wurde. Ergänze, wo nötig. Zweiter Schritt: Bitte um einen Coaching Prompt, der die Teilnehmenden durch das Modell leitet, mit den Guardrails Kompetenzinsel, Gefälligkeitsschutz, Fokusschutz und der klaren Empfehlung, bei ernsten Themen eine menschliche Begleitung zu suchen. Dritter Schritt: Verprobe den Prompt mit einer echten Alltagssituation.

Prompt zum Kopieren

Ich lade dir gleich eine Lernkarte hoch, die ich in meinen Seminaren verwende. Bitte paraphrasiere mir das Modell zuerst in eigenen Worten, damit ich prüfen kann, ob du es richtig verstanden hast. Stelle mir Rückfragen, wenn etwas unklar ist. Danach wollen wir gemeinsam einen Coaching Prompt bauen, mit dem meine Teilnehmenden das Modell im Alltag selbst anwenden können. Der Prompt soll folgende Guardrails enthalten: eine klare Kompetenzinsel (wofür zuständig, wofür nicht), einen Gefälligkeitsschutz (keine nette Bestätigung für schwache Antworten), einen Fokusschutz (die Person steht im Mittelpunkt), und die Empfehlung einer menschlichen Begleitung bei ernsten Themen. Erst nach deiner Paraphrasierung bauen wir den Prompt.

Zum Nachspüren

Welche deiner Lernkarten verdient als erste, Coaching Prompt zu werden?

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